Jetzt gehts los

Home sweet Home

Mein luxuriöse Unterkunft =D und das mein ich nicht ironisch!

28.9.07 11:13


Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht, erleben wir den ersten Tag in Lagos. Es ist sehr gewöhnungsbedürftig und ich muss mich oft kneifen und fragen ob das jetzt wirklich wahr ist, weil ich nicht verstehen kann wie das Ganze hier funktionieren kann. Es ist augenscheinlich so gut wie unmöglich hier zu leben. Dennoch wird mir von allen immer wieder versichert, dass es hier in Ikeja, im Vergleich zu vielen bzw. den meisten anderen Bereichen in Lagos, sauber und sicher ist. Ha die anderen will ich gar nicht erst sehen. Aber gut, gib der Fete eine Chance… Pünktlich um acht machen wir uns auf Richtung Office von Search and Groom, das nur ca. 5 Minuten Fußmarsch von unserer Unterkunft entfernt ist. Der Weg dorthin ist ziemlich strapaziös. Nach 5 Minuten bin ich so fertig wie nach einer Stunde Fahrradfahren. Es ist wahnsinnig laut, eine Masse an Autos, Okatas (Motorradtaxis) und Leuten wälzt sich durch die unbefestigten Straßen. Die Luft ist stickig und staubig. Na und was eine offene Kanalisation bei 35 Grad im Schatten bedeutet brauch ich wohl nicht erläutern. Immer wieder höre ich „watch your steps“, „watch the cars”, “watch the okata” Ja was denn jetzt, am besten alles auf einmal oder wie. Ope lacht und sagt „Welcome to Nigeria“. Bei mir reichts nur für ein gequältes Lächeln. Ope versteht das. Überhaupt scheint Sie alles zu verstehen. Eine unglaubliche junge Frau, die dem Leben hier in Lagos, seinen Widrigkeiten, Hindernissen und Problemen mit einer rießen Portion Optimismus, Humor und Selbstvertrauen gegenübertritt. Außerdem ist Sie die beste Köchin. Das hat sich am ersten Tag schon heraus gestellt. Aber um nicht zu weit abzuschweifen wir waren auf dem Weg zum Office. Dort angekommen gab es erst einmal den ersten Stromausfall Hihi, das war mal was auf das ich vorbereitet war. Meine Hightech Taschenlampe habe ich dennoch nicht gebraucht, denn Search and Groom kann sich den Luxus von einem Generator leisten, der immer dann in Aktion tritt, wenn mal wieder die Stromversorgung ausfällt. Keine Ahnung was öfter vorkommt. Nun ja uns wurde natürlich erst einmal jeder vorgestellt und wir durften uns vorstellen. Dann gab es ein kleines Teammeeting und die ausstehenden Programme wurden vorgestellt und besprochen. Wir haben ordentlich was zu tun in den 3 Monaten. Aber dafür sind wir ja hier! Nachmittags wollten wir dann mal unsere Euroscheine in Naira wechseln. Erst sollten wir zu irgendeinem Markt gehen auf denen mehrere Leute Geld wechseln, dann hieß es nein das ist zu gefährlich es kommt jemand. Auch gut war eh nicht scharf wieder durch diese Straßen zu stolpern. Als dieser besagte Moneychanger dann da war lief alles wie im schlechten Film ab. Wir sind zu viert in den Hinterhof gegangen und Lena und ich waren eh schon skeptisch weil wir den Umrechnungskurs blöderweise nicht im Kopf hatten und ein Taschenrechner war meilenweit nicht aufzutreiben. Also Handy raus und hoffen dass der Kurs von 1€ zu 170 Naira stimmt. Es war echt zum Todlachen, denn jeder hatte am Ende ein Bündel Geld in der Hand und ich hatte keine Ahnung mehr welches meines war. Aber nachdem mir der Dickste zugewiesen wurde war ich zufrieden. No don’t worry, in Nigeria laufen alle Geschäfte immer Step by Step ab, d.h. ich gebe jemanden z.B. wie hier beim Geldwechseln erst einmal einen Teil des Geldes und nicht gleich das ganze Bündel, dann bekomme ich für den Betrag Naira und wenn dann jeder der Anwesenden die Scheine gezählt hat, folgt der zweite Teil. Also eigentlich überhaupt nicht chaotisch sondern sehr korrekt und straight. Aber für eine Europäerin die es gewöhnt ist Ihr Geld vom Automaten zu ziehen ist das natürlich im ersten Augenblick etwas verwirrend. Nach dem Geldwechseln machten wir uns dann wieder auf den Heimweg und zum Abendessen gab es zum ersten Mal etwas wirklich afrikanisches, nachdem wir mittags Fastfood gegessen hatten und zwar Dodo (Kochbananen) dazu Rührei mit Tomaten, Chili, Paprika und sauscharfen Pfeffer. Boah ich hab echt gedacht ich fackel ab, nachdem ich den ersten Bissen probiert hatte. Überhaupt wird hier alles scharf gegessen. Völlig egal was es zu Essen gibt man braucht danach mindestens einen Liter Wasser um nicht das Gefühl zu haben zu verbrennen. Aber dennoch super lecker, das Ganze habe ich dann auch gleich schon einmal für den nächsten Tag geordert. Mittlerweile haben wir aber einen Essensplan, okay da hält sich keiner dran aber immerhin wir haben einen. Ope und ich haben diesen besagten Plan in einer zweistündigen Sitzung super korrekt ausgearbeitet und sogar die Kosten kalkuliert. Hihi aber wie mit so vielem in Afrika ist zwischen Theorie und Praxis meistens ein rießen Unterschied. Heißt soviel wie oben schon geschrieben, der Plan steht, gekocht wird dennoch oft etwas anderes.
23.8.07 23:19


20.08. - der Tag der Abreise ist nun endlich gekommen und es war ganz schön viel Hilfestellung von Einigen nötig, damit ich in die Maschine nach Dubai gestiegen bin. Ich hatte mir tatsächlich eingebildet, dass ich ohne Bedenken, Angst, Nervosität und Heimweh fliegen kann. Tja weit gefehlt, mir ist mein Hintern ganz schön auf Grundeis gegangen als ich da allein am Frankfurter Flughafen stand und mein Gepäck einchecken sollte. An dieser Stelle DANKE noch mal an Papa, Mama, Elisabeth, Babsi und Andi. Ich bin schon mal auf die Telefonrechnung gespannt ;-) Aber was sein muss, muss sein. Letztendlich bin ich dann eingestiegen, zwar mit gemischten Gefühlen, aber ein Zurück gab es eh nicht mehr. Im Flugzeug konnte ich dann ein wenig schlafen und auch die Aufregung wurde weniger. Aber wen wundert es, nach 2 Johanniskrautdragees und 4 Baldriantabletten. Um 06:40Uhr Ortszeit bin ich dann endlich in Dubai gelandet. Nach 2 Stunden Aufenthalt, von denen ich die die meiste Zeit damit verbracht habe mein richtiges Gate für den Weiterflug nach Lagos zu finden (es fliegen nicht viele Leute nach Lagos, somit ist das Gate am letzten Ende vom Flughafen) sind wir um 09:20 Uhr Richtung Nigeria abgehoben. Das Flugzeug war natürlich voller Afrikaner und ich mitten drin. Sogar Fliegen ist in Afrika anders. Bevor man abhebt wird erst einmal ein kleines Gebet gesprochen und bei der Landung, bei der die Europäer meistens heldenhaft klatschen, singen die Afrikaner erst einmal ein Lied. Ja kein Scherz. Viele haben während der Landung so eine Art Gebet gesungen. Afrikaner singen anscheinend wirklich  gerne. Auf dem Flug nach Lagos, saß eine sehr nette Nigerianerin neben mir und Sie hat jeden Heimatfilm den Emirates auf Video gezeigt hat, inbrünstig mitgesungen. Es war irgendwie rührend aber natürlich ebenso witzig. Hier ist eben alles anders Afrika eben!Die Ankunft in Lagos war ebenso ein Erlebnis für sich. Meine zwei Nachbarinnen aus dem Flugzeug und eine weitere Frau aus Lagos, die ich in Dubai am Flughafen kennen gelernt hatte, helfen mir mit dem Gepäck. Jede von Ihnen vergewissert sich, dass ich auch wirklich abgeholt werde. Ich muss das 5x bestätigen, dann lassen Sie mich gehen, allerdings nicht ohne mir vorher Ihre Telefonnummer gegeben zu haben. Als ich aus der Gepäckhalle komme weiß ich warum – Chaos, Menschen, Hitze, Lärm. Wahnsinn Lagos!
22.8.07 21:29


Ankunft

Heute ist also der große Tag...



... in ein paar Stunden werde ich in Afrika landen!

Die Aufregung ist natürlich groß .

23.8.07 11:32


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